Dienstag, 18. März 2008
Geplatzt...
...sind die OPs, und vorerst auch deren Finanzierung, absehbare Fitnessträume und das Vertrauen zum Chirurgen. Wochenlang von der Insel mit endlosen Telefonaten die Logistik vorbereitet, habe ich die letzten zehn Tagen für die für heute um 9.00 Uhr angesetzte Knorpelentnahme und die folgende Transplantation mit Kreuzbandplastik einen Marathon an Arztterminen, Diskussionen und Ämtergängen absolviert, allein zweimal musste dafür mein Arbeitsvertrag umgeschrieben werden (ohne Gezicke dank eines tollen Produktionsleiters!), nach erneuter Blutuntersuchung wurde ich vom Gefässchirurgen wegen der Thrombose extra für den Eingriff auf ein neues Heparin niedriger Molekülmasse eingestellt, dann Vorbesprechung beim Operateur, internistische Voruntersuchung mit nochmals Blutbild , EKG, etc, Abholung der Ergebnisse auf den letzen Drücker, Gespräch mit Anästhesistin, Freitag nachmittag nochmals zum Orthopäden zwecks Überprüfung der wachsenden Schwellung und Zyste, die den geplanten Ablauf stören könnten, nebenbei Fürsorge und Betreuung engagiert, die Kollegen auf Schwächeln eingestimmt, Familie und Freunde in Alarm- und Hilfbereitschaft gebracht, erstmals in meinem Leben einen Zeitraum von mehr als drei Monaten komplett minutiös (und mit heisser Nadel) durchstrukturiert, aber es funktioniert, Unterlagen, Kompressionsstrümpfe und Krücken gepackt, Wecker ge- und Taxi be-stellt!
So stehe ich um 19.30 im CopyCenter, um schnell noch Drehbuch und Auszüge kleinkopieren und binden zu lassen, als das Handy klingelt, und der Doc keine 13 Stunden vor meinem Klinikbesuch die Nummer bringt: "Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht, welche möchten Sie zuerst hören?" Im selben Moment wissend, das es nicht so läuft, wie mühsam ausklamüsert, sage ich ihm, das mir das gerade scheissegal ist, und er fix zu Potte kommen soll. Also, es fehlt an irgendeiner neuen Zertifizierung, die neuerdings? auch der Operateur als Verantwortlicher im Tissue Engineering (Rumpfuschen im Genpool, Medikamentenherstellung!?) braucht, hätte da sein sollen, ist aber noch nicht, kein Problem, sagt er, verschieben wir um drei Wochen, ist mittlerweile eh alles schneller möglich als geplant, (sagt das Labor), alle Vorgespräche und die Unmöglichkeit mit meinem Job ignorierend. Grotesk!
Die OP-Nachsorge am Donnerstag haben wir jetzt als Gesprächstermin festgehalten, und (tatsächlich mögliche) neue Optionen für Mai hat er mir entschuldigend versprochen, keine Ahnung, wie ernst ich das jetzt nehmen darf/kann/soll. Gewinner des Tages ist meine Krankenkasse, denn auch die nächtliche Jever&Jameson Anästhesie braucht sie nicht zu zahlen...
...dafür hab ich jetzt noch ganz schön gerade getippt, oder...

'knie heilt nie...'    18. Mär 2008, 04:13    Link    (13 Kommentare)   Kommentieren      918