Dienstag, 22. April 2008
ups...
... selbst auch verpasst, schon 367 Tage unterwegs, so schnell ist ein (ganz beklopptes) Jahr rum...

   22. Apr 2008, 20:11    Link    (10 Kommentare)   Kommentieren      567

 


'I guess I'm just trying to save the world'..
...mit Mühe und Not erreiche ich letzten Donnerstag abgehetzt den ehemaligen Mojo-Club auf der Reeperbahn, zum Glück hat auch hier sich alles verspätet, die Vorband ist jedoch schon vorbei und ich schaffe gerade noch ein Bier zu ordern,

als die sieben jungen Musiker die Bühne des Mandarin Casino betreten, es scheint, als hätte Mutti allen zum Abi zur Feier des Tages das Beste aus dem Kleiderschrank gezerrt, das Fräulein adrett im ärmellosen Kleide und die Jungs haben die gebügelten dunklen Hemden brav hinter den Gürtel gesteckt, (nur die bärtigen Bass/Gitarristen tragen es Babyspeck kaschierend über der leichten Pocke Hose), irgendwie bieder und unfertig wirkt Konstantin Gropper, als sei das Verwegenste im Leben dieses SchwiegermutterTraums mit Bambigitarre die Auflösung des mit Mamis Spucke fixiertem Seitenscheitel links zu einem die Augen bedeckendem Pony, aber don´t judge a book by its cover, dieser 25-Jährige hat eine unfassbar reife, dunkle Stimme, die so gar nicht zu seinem schmalen Körper passen will, und verzaubert mit seinem unglaublich komplexen und melancholischen Sound das sonst eher verhaltene norddeutsche Publikum im nu, die Combo harmoniert und beeindruckt durch ungewöhnlich (viele) Instrumente: Geige, gekonnt gespielt von Groppers Schwester Verena, Akkordeon, Bandoneon, Xylophon, Keybord und phänomenale Trompeten (liebe ich seit EoC!), die volle Hütte von Hunderten orangenen Glühbirnen in LagerfeuerLicht getaucht spielen GET WELL SOON fast schon (ein wenig zu) routiniert wie angekündigt das komplette Album runter, unterbrochen mit einigen Songs von zuvor selbstproduzierten EPs und einer gelungenen Coverversion von Underworld´s "Born Slippy“, von Beginn an begeisterter Applaus, obwohl das Bier hier in dünnen Platikbechern ausgeschenkt wird, welches man sich nicht mal eben zum Klatschen irgendwo hinklemmt oder in die Tasche steckt, der junge Mann freut sich bescheiden, aber ganz offensichtlich aufrichtig über die große Resonanz, und zeigt sich zunehmend weniger introvertiert und nach einem Zwischenruf auch Witz: "dies ist ein Gesprächs-Konzert, die nächste Frage bitte" entwickelt sich zum running-gag, als eine der Zugaben gibt es mit 'Your Teenage F.B.I.' - einem Stück "übers Erwachsenwerden und über Akte X" -sogar noch einen brandneuen Song, und weil sie nach über 90 Minuten kein Da capo! mehr in petto haben, gibts improvisiert die live Premiere von Roxette`s - 'It must have been love', und das muss es wohl auch beim Hamburger Publikum gewesen sein, das völlig aus dem Häuschen war, dieses Konzert werde ich sobald nicht vergessen, vielen Dank, GET WELL SOON, mir geht es jetzt auf jeden Fall schon etwas besser.
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'mit Musik'    22. Apr 2008, 16:41    Link    (10 Kommentare)   Kommentieren      1577